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Jamila Afghani mit dem Aurora-Preis 2022 ausgezeichnet

Jamila Afghani mit dem Aurora-Preis 2022 ausgezeichnet

Der siebte alljährlich vergebene Aurora-Preis zur Förderung der Menschlichkeit wurde an Jamila Afghani verliehen, eine Pädagogin, Menschenrechtsverteidigerin und die Gründerin der Noor Educational and Capacity Development Organization (NECDO). Jamila hat sich über 25 Jahre ihres Lebens dafür eingesetzt, den Frauen in Afghanistan Zugang zu Bildung zu verschaffen. Ihre Auszeichnung fand im Rahmen einer hochkarätigen philanthropischen Veranstaltungsreihe statt, die von der Aurora Humanitarian Initiative vom 14. bis 16. Oktober in Venedig, Italien, ausgerichtet wurde. 

Bis August 2021 hatte NECDO mehr als 100.000 Frauen in Alphabetisierungsprogramme aufgenommen, was durch den Aufbau kleiner und von Frauen geleiteter Zentren in vielen Gemeinden gelang. Die Organisation gewährte zudem mehr als 10.000 Frauen, die von einem Familienmitglied oder ihrem Partner misshandelt wurden, rechtlichen Beistand und psychosoziale Unterstützung. Jamila musste aus Afghanistan fliehen, hilft aber weiterhin anderen aus der Ferne.

Nach der Machtübernahme durch die Taliban in ihrem Land sah sich Jamila Afghani gezwungen, ihre Heimat zu verlassen, doch sie hat die Menschen dort nicht aufgegeben. NEDCO unterstützt auch weiterhin afghanische Frauen und schutzbedürftige Familien, klärt über mangelnden Zugang zu Bildung, häusliche Gewalt und andere aktuelle Probleme auf, mit denen Frauen gegenwärtig zu kämpfen haben, und leistet gleichzeitig finanzielle Hilfe für Menschenrechtsverteidiger, Journalisten und Anwälte.

„Unsere Aufgabe bei Aurora ist es, die Arbeit von humanitären Helden wie Jamila Afghani zu würdigen, zu feiern und sie weltweit bekannt zu machen. Die Helden von heute dienen uns als Inspiration und Leitfiguren und zeigen uns, wie wir trotz scheinbar erdrückender Herausforderungen weitermachen können. Sie erinnern an die uns verbindende Menschlichkeit und bestärken uns darin, uns für Arme und Randgruppen einzusetzen. Sie rufen uns auch unsere Pflicht in Erinnerung, jedem Menschen die gleiche Chance zu geben“, so Lord Ara Darzi, Vorsitzender der Auswahlkommission für den Aurora-Preis und Co-Direktor des Institute of Global Health Innovation am Imperial College London.

Der Aurora-Preis wird jedes Jahr von der Aurora Humanitarian Initiative im Namen der Überlebenden des Völkermordes an den Armeniern und als Zeichen der Dankbarkeit gegenüber ihren Rettern verliehen. Die Preisträgerin erhält ein Preisgeld in Höhe von 1.000.000 US-Dollar und die Möglichkeit, den Kreislauf des Gebens fortzusetzen, indem sie Organisationen unterstützt, die Menschen in Not helfen. Als Aurora-Preisträgerin 2022 hat sich Jamila Afghani entschieden, Women International League for Peace and Freedom (WILPF) und Noor Education and Capacity Development Organization (NECDO) zu unterstützen. WILPF ist eine von Mitgliedern geführte internationale Organisation, die sich für den Weltfrieden engagiert und sich für Abrüstung, Gewaltverzicht, die Menschenrechte der Frauen und die Gleichstellung der Geschlechter einsetzt. NECDO ist eine Nichtregierungsorganisation, die humanitäre Hilfe und Entwicklungsförderung für Frauen, Jugendliche und Kinder in Afghanistan leistet. 

„Aus meiner beruflichen Erfahrung weiß ich, dass das Thema Menschenrechte ein harter Kampf ist. Wir machen diese Phasen durch, und dies ist eine davon, in denen nicht ganz klar ist, wie wir bei so vielen Problemen weiter vorankommen können und uns dabei die Zeit davonläuft. Menschen wie Jamila Afghani geben der Zukunft ein Licht der Hoffnung und zeigen uns allen einen Weg aus der Dunkelheit“, so Mary Robinson, Mitglied der Auswahlkommission für den Aurora-Preis, ehemalige Präsidentin Irlands und ehemalige Hohe Kommissarin der Vereinten Nationen für Menschenrechte.

Seit seiner Einführung konnte mit dem Aurora-Preis die Lebenssituation von über 1.000.000 Menschen verbessert werden – Menschen, die von Krieg, Konflikten, Verfolgung und anderen humanitären Katastrophen betroffen sind. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Unterstützung von Kindern, Vertriebenen sowie Frauen und Mädchen. Diese handlungsorientierte Philanthropie, bei der greifbare Ergebnisse im Mittelpunkt stehen, ist dank der Unterstützer möglich, die mit ihren Spenden dazu beitragen, dass der Aurora-Preis auch weiterhin die Helden von heute unterstützen kann.