Shirin Ebadi

Dr. Shirin Ebadi ist eine iranische Anwältin, ehemalige Richterin und Menschenrechtsaktivistin. Am 10. Oktober 2003 erhielt Dr. Ebadi den Friedensnobelpreis für ihre bedeutsamen und wegweisenden Bemühungen um Demokratie und Menschenrechte, insbesondere die Rechte von Frauen, Kindern und Flüchtlingen. Sie war der erste iranische Staatsbürger, dem diese Ehre jemals zuteilwurde. 2009 wurde der Preis von Dr. Ebadi unbestätigten Meldungen zufolge von iranischen Behörden beschlagnahmt, doch wurde dies darauf von der iranischen Regierung bestritten. Würden sich diese Meldungen bestätigen, wäre sie der erste Preisträger in der Geschichte des Friedensnobelpreises, dem die Auszeichnung von staatlichen Behörden gewaltsam entzogen worden wäre.

Dr. Ebadi wurde Irans erste Richterin, als sie gerade einmal 23 Jahre alt war. Sie wurde auch die erste iranische Staatbürgerin und die erste muslimische Frau, die den Friedensnobelpreis erhielt. Obwohl sie wie viele andere Iraner die iranische Revolution anfänglich unterstützte, wurde Dr. Ebadi bald darauf zu einer ihrer schärfsten Kritiker. Trotz ihrer Beschreibung als „der schlimmste Albtraum der Hardliner unter den iranischen Geistlichen“ wendet sich ihr Kampf für Menschenrechte, insbesondere für Frauenrechte, nicht gegen die Religion. „Ich bin gegen das Patriachat, nicht gegen den Islam“, sagt sie.

Nach der Zurückstufung zur Sekretärin in ihrem eigenen Gericht durch das Regime, das Frauen für das Richteramt für ungeeignet hält, gründete sie ihre eigene Pro-bono-Kanzlei, um sich ganz den Ungerechtigkeiten des Rechtssystems zu widmen und vertrat politische Dissidenten und Fälle von Kindesmisshandlung.

Obwohl sie vom Regime auf eine Todesliste gesetzt und ihr Schwager hingerichtet wurde, und obwohl sie Isolationshaft ertragen musste, stieg Dr. Ebadi zur bekanntesten Menschenrechtsaktivistin des Landes auf, gründete das Zentrum für Menschenrechtsverteidiger und half dabei, die „Eine Million Unterschriften Kampagne“ ins Leben zu rufen. Diese basisdemokratische Kampagne sammelte eine Million Unterschriften von Frauen, die die Abschaffung der diskriminierenden Gesetze forderten. Die Kampagne erhielt zahlreiche internationale Preise (darunter auch den Anna-Politkowskaja-Preis ‚Erreich alle Frauen im Krieg‘ im Jahr 2009), aber die Mitglieder wurden auch angegriffen und sogar eingesperrt.

Dr. Ebadi lebte in Teheran, aber sie befindet sich seit Juni 2009 im Exil aufgrund der zunehmenden Verfolgung iranischer Bürger, die sich kritisch über das Regime äußern. 2004 zählte das Forbes Magazine sie zu den 100 mächtigsten Frauen in der Welt. Sie steht auch auf der Liste der 100 einflussreichsten Frauen in der Welt.

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Menschrechtsanwältin und Irans erste Richterin; Nobelpreisträgerin
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