Experten über die Folgen von COVID-19

Aurora-Mitbegründer und Vorsitzender der Auswahlkommission nehmen an einem speziellen Webinar teil

Am 28. März 2020 nahmen Noubar Afeyan und Ruben Vardanyan, Mitbegründer der Aurora Humanitarian Initiative, und Lord Ara Darzi, Vorsitzender der Auswahlkommission des Aurora-Preises, an einem speziellen Seminar teil, das sich mit dem weltweiten Ausbruch von COVID-19 befasste und auf der Diskussionsplattform Futures Studio durchgeführt wurde.

Neben den Aurora-Mitbegründern und dem Vorsitzenden der Auswahlkommission nahmen auch Arsen Torosyan, Gesundheitsminister der Republik Armenien, Dr. David Nabarro, Sondergesandter der Weltgesundheitsorganisation für COVID-19, und André Andonian, Vorstandsmitglied von McKinsey & Company Inc. Global, teil. Die Diskussionsteilnehmer tauschten ihre Einschätzungen zu den Auswirkungen der derzeitigen Pandemie auf verschiedene Aspekte unseres Lebens aus und diskutierten über die möglichen Herausforderungen, mit denen die Welt in den kommenden Monaten und Jahren konfrontiert sein wird.

Die Diskussion wurde von Ruben Vardanyan moderiert, der die Redner und Teilnehmer begrüßte und David Nabarro bat, kurz darzulegen, wo wir in Bezug auf die Pandemie und ihren Verlauf stehen und welche besonderen Maßnahmen ergriffen werden oder ergriffen werden können, um die Situation in den Griff zu bekommen.

Dr. Nabarro sprach vom Ort des Wissens, als er davor warnte, dass „es unklug wäre, unsere Projektionen für COVID-19 auf unser Wissen über andere Viren, wie Ebola, zu stützen, denn es verhält sich anders. Auf lange Sicht wird die Menschheit mit diesem Virus leben müssen, denn es ist unwahrscheinlich, dass es bald genug Menschen mit Herdenimmunität gibt. Die Länder müssen überall in ständiger Alarmbereitschaft bleiben, um die Ausbrüche zu unterdrücken, und damit müssen wir leben.“ Dr. Nabarro fügte auch hinzu, dass „eine intensive internationale Zusammenarbeit von entscheidender Bedeutung ist, aber aus Gründen, die nichts mit COVID-19 zu tun haben, schwer zu erreichen sein könnte“.

Inmitten des weltweiten Ausbruchs hat Aurora vor Kurzem angekündigt, mit den im Rahmen der #AraratChallenge-Kampagne gesammelten Geldern den armenischen Krankenhäusern zehn Lungenbeatmungsgeräte zur Verfügung zu stellen. Bei der Schilderung der aktuellen Situation im Land äußerte Gesundheitsminister Arsen Torosyan, dass sie gezwungen seien, sehr schnell zu handeln, doch bisher sei die nationale Reaktion auf die Gesundheitskrise angemessen gewesen. Er erwähnte auch die Bedeutung der richtigen Ausrüstung und den Kampf um diese.

„Wenn sich Ärzte und Pflegepersonal infizieren, übertragen sie die Krankheit innerhalb des Krankenhauses, daher ist persönliche Schutzausrüstung sehr wichtig. Wir versuchen, persönliche Schutzausrüstung in China zu kaufen, aber aufgrund der Schließung der Grenzen und anderer Beschränkungen gibt es viele logistische Probleme. Auch die armenische Gemeinschaft und die Diaspora helfen uns, vor allem aus den USA, und wir überlegen auch weiterhin, wie sie uns unterstützen können, wenngleich die USA jetzt selbst zu einem weiteren Hotspot geworden ist. Was wir jetzt betreiben ist im Wesentlichen Schadensbegrenzung für das Gesundheitssystem, die Wirtschaft und andere Aspekte. Wir müssen uns langfristig darauf einstellen“, betonte Gesundheitsminister Torosyan.

Lord Ara Darzi, Direktor des Institute of Global Health Innovation am Imperial College London und Vorsitzender der Auswahlkommission des Aurora-Preises, thematisierte weitere gemeinsame Indikatoren der heutigen Zeit – Angst und Furcht. „Dies sind schwierige Zeiten. Angst ist kein Phänomen, das man leicht in den Griff bekommt. Das Virus ist uns noch immer einen Schritt voraus, egal was wir auch versuchen zu unternehmen“, so Lord Darzi. „Kein Gesundheitssystem der Welt, auch nicht das beste, ist in der Lage, 15-20 % der Bevölkerung, die an einer schweren Erkrankung leiden, zu versorgen. Das Einzige, was wir tun können, ist, die Spitze abzuflachen und die Kurve zu verlängern, damit wir zumindest ausreichend viele Krankenhausbetten zur Verfügung haben.“

Noubar Afeyan, Mitbegründer der Aurora Humanitarian Initiative und Gründer und CEO von Flagship Pioneering, befindet sich an vorderster Front im Kampf gegen COVID-19, denn das von ihm mitbegründete Biotech-Unternehmen Moderna Therapeutics arbeitet an der Entwicklung eines Impfstoffs gegen das neue Virus. „Dies ist nichts anderes als ein globaler biologischer Krieg. Das ist nicht biologisch im Sinne von Menschenhand gemacht, aber es handelt sich um einen reinen biologischen Krieg. Dieser biologische Krieg hat absoluten Vorrang, nur hat er die Menschheit bisher nicht so deutlich getroffen wie jetzt sichtbar wird“, sagte er und fügte hinzu, dass die Entwicklung des Impfstoffs „absolut kein Wettstreit zwischen verschiedenen Unternehmen und unterschiedlichen Ansätzen ist. Dies ist im Grunde ein Wettstreit zwischen uns und dem Virus.“

Schließlich zog Noubar Afeyan Parallelen zwischen der Krise, mit der sich derzeit die gesamte Menschheit konfrontiert sieht, und den traumatischen Ereignissen, die die Armenier vor mehr als einem Jahrhundert durchlebt haben. „Der Überlebensinstinkt, den wir alle haben, wird ausschlaggebend sein, um diesen Kampf zu führen. Der vorsichtige Optimismus, dass wir nicht aufgeben dürfen – all das kennen viele von uns, die in ihren eigenen Familiengeschichten ein schweres Schicksal erleiden mussten. Jeder, der glaubt, dass dies nur ein schlimmer Alptraum ist und wir irgendwann aufwachen und wieder wie zuvor weitermachen werden, wird, so fürchte ich, sehr enttäuscht sein“, führte er aus.

André Andonian, Vorstandsmitglied von McKinsey & Company Inc. Global, beklagte, dass es den Experten an Informationen fehle, um eine definitive Antwort auf die Fragen zu geben, die die Welt für sie bereithält. Er bestätigte aber, dass sein Unternehmen unter anderem „die Fakten betrachtete und verschiedene Szenarien entwickelte und die die Szenarien auf dem Schutz von Leben und der Bewahrung der Lebensgrundlagen, der Art und Weise der Wertschöpfung, der Schaffung von Arbeitsplätzen und so weiter beruhen. Jede Krise ist auch eine Chance. Zunächst einmal müssen wir diese überstehen – und das gilt für den Einzelnen, für Regierungen und Länder. Zweitens: Wann ist der richtige Zeitpunkt, um wieder zur normalen Arbeit zurückzukehren? Wir müssen darüber nachdenken und die Wirtschaft wieder in Gang bringen. Aber in Zukunft wird nichts mehr so sein, wie es einmal war.“

Ruben Vardanyan, Impact Investor und Social Entrepreneur sowie Mitbegründer der Aurora Humanitarian Initiative, fasste die Diskussion mit folgenden Worten zusammen: „Leider besteht eine der Herausforderungen, vor denen wir stehen, darin, dass die Menschen nicht wissen, um welchen Teil davon sie sich [zuerst] kümmern sollen. Denn es ist ein perfekter Sturm, wenn man so viele Probleme auf einmal bewältigen muss. Eine Sache wird wichtig werden – wirklich miteinander zu reden, voneinander zu lernen und Erfahrungen auszutauschen. Menschen aus der ganzen Welt sind bereit, ihr Wissen und ihre Erfahrungen zu teilen, um anderen zu helfen.“ 

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