Konferenz „Soziale Verantwortung in der Bildung“

German
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Im Mittelpunkt der Konferenz „Soziale Verantwortung in der Bildung“ stand die Rolle, die Bildung als Fundament für sozial verantwortliche Menschen spielt. Die Veranstaltung begann mit den Präsentationen der Projekte der Young Aurora-Finalisten 2019, gefolgt von weiteren Sessions. Anhand ihrer persönlichen Erfahrungen mit verschiedenen Bildungssystemen gingen die Diskussionsteilnehmer auf die Themen Motivation, Tatkraft und Empathie ein und waren sich darüber einig, dass es bei der Vermittlung dieser Werte an die jüngeren Generationen entscheidend ist, dass sich Pädagogen mit persönlichem Engagement einbringen. Die Veranstaltung fand am 18. Oktober 2019 im UWC Dilijan in Armenien statt, und am gleichen Tag feierte das College auch sein fünfjähriges Bestehen.
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Im Mittelpunkt der Konferenz „Soziale Verantwortung in der Bildung“ stand die Rolle, die Bildung als Fundament für sozial verantwortliche Menschen spielt. Die Veranstaltung begann mit den Präsentationen der Projekte der Young Aurora-Finalisten 2019, gefolgt von weiteren Sessions. Anhand ihrer persönlichen Erfahrungen mit verschiedenen Bildungssystemen gingen die Diskussionsteilnehmer auf die Themen Motivation, Tatkraft und Empathie ein und waren sich darüber einig, dass es bei der Vermittlung dieser Werte an die jüngeren Generationen entscheidend ist, dass sich Pädagogen mit persönlichem Engagement einbringen. Die Veranstaltung fand am 18. Oktober 2019 im UWC Dilijan in Armenien statt, und am gleichen Tag feierte das College auch sein fünfjähriges Bestehen.
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Den Auftakt der Veranstaltung bildete die Eröffnungsrede von Gabriel Abad Fernandez, Direktor des UWC Dilijan College, der die Gäste und Teilnehmer der Konferenz mit folgenden Worten begrüßte: „Wir sind heute hier, um zwei verschiedene Dinge zu feiern, die miteinander zusammenhängen. Bei Aurora geht es darum, Leben zu retten, Menschen zu würdigen, die ihr Leben für die höchste ethische Entscheidung eingesetzt haben – andere Menschen zu retten. Mit der Bildung verhält es sich genauso. Bildung verändert das Leben.“

Noubar Afeyan, Mitbegründer der Aurora Humanitarian Initiative und Mitglied des Vorstands von UWC, wandte sich ebenfalls an das Publikum: „Ich könnte nicht glücklicher und stolzer darüber sein, am fünften Jahrestag der Gründung der Schule hier zu sein, einer Schule, die, genau wie viele andere Vorhaben, von denen Sie heute im Laufe des Tages noch von einigen unserer Finalisten hören werden, ihren Anfang im Bewusstsein einer Möglichkeit und einer Verpflichtung nahm. Und dann bekräftigen die Resultate das noch einmal, und was wir heute mit euch allen hier sehen, ist wirklich eine tolle Sache.“

Es folgten die Präsentationen der Projekte der Young Aurora-Finalisten. Young Aurora entstand in Zusammenarbeit zwischen Aurora Humanitarian Initiative, United World Colleges (UWC), Scholae Mundi und Teach For All. Das Projekt bietet UWC-Schulen und -Colleges die Chance, Projekte auszuarbeiten, die durch humanitäre Lösungen zu einem positiven Wandel in der Gemeinschaft beitragen. In diesem Jahr haben es Teams vom UWC Atlantic College, UWC East Africa und Pearson College UWC ins Finale geschafft.

Während der Beratung der Juroren betrat Veronika Zonabend, Gründungspartnerin und Vorsitzende des Board of Governors des UWC Dilijan College, die Bühne, um die Idee hinter dem Motto der Konferenz zu erläutern: „Warum soziale Verantwortung, warum Bildung? Wie hängt das zusammen? Was bedeutet das? Was ist also der primäre Zweck von Bildung? Bildung bedeutet, jedem zu helfen, eine Leidenschaft für das Leben zu entwickeln, die den Sinn unseres Lebens ausmacht. <…> Und humanitäre Personen sind Menschen, die nicht an sich selbst denken, sondern sich vorrangig um andere Menschen, ihre Gemeinschaften und die Menschen in ihrer Nähe kümmern.”

Bei der darauffolgenden Diskussion wurde der Vorsitzende der Aurora Humanitarian Initiative, Dr. Tom Catena, auf der Bühne von der UWC-Absolventin Ekaterina Guryeva, dem Professor für Weltpolitik Jaime Miguel Nieman und der CEO von Teach for Nigeria Folawe Omikunle unterstützt.

„Während meiner Kindheit sah ich mich mit zwei sehr unterschiedlichen Narrativen konfrontiert. Man könnte sagen, dass ich kulturell ein bisschen durcheinander bin. Ich erwähne das, weil ich es für wichtig hielt, mit Menschen aus der ganzen Welt und mit unterschiedlichen Hintergründen im Unterricht zu lernen. Man ist gezwungen, sein bisheriges Weltbild zu verwerfen und es so wieder aufzubauen, dass andere Menschen miteinbezogen werden“, so Ekaterina Guryeva.

Dr. Tom Catena, ein katholischer Missionar, erklärte, wie ihm der Glaube bei seiner Entscheidung geholfen hat, sein Leben der Hilfe für andere zu widmen, wenngleich er einschränkend hinzufügte, dass dies bei anderen Menschen anders sein könnte. „Das war es, was mich nach vorne gebracht hat, was mich dazu bewog, den großen Schritt zu wagen. Wenn du dich selbst als Christ bezeichnen willst, musst du bestimmte Dinge tun. Was die Menschen davon abhält, [ist die Tatsache, dass] ihnen die Idee der humanitären Arbeit gefällt, die Idee, irgendwo hinzugehen, zu helfen, aber die Angst hält sie davon ab“, betonte er.

Für Professor Jaime Miguel Nieman war es in der Tat anders, denn er hat seine Erfahrungen in einer katholischen Grundschule als wirklich merkwürdig bezeichnet, weil er von allen Seiten „unterschiedliche Botschaften erhielt“. „Die meisten meiner Erinnerungen an die Gesichter [der Nonnen, die uns unterrichteten] waren geprägt von Frustration und Wut und nicht von christlichen Werten und Liebe, wie Marguerite [Barankitse] es sagen würde. Und die nicht-religiösen Lehrer strahlten mehr Wärme aus als sie“, erinnerte er sich.

„Eines der Dinge, die ich von meinem Lehrer, Herrn Tunu, gelernt habe, war Mitgefühl. Er hat sich sehr um uns gekümmert und war auch selbstlos. Er glaubte, dass jeder, nicht nur die Lehrer, sondern jeder Schüler ein Talent und eine Bestimmung hatte“, so Folawe Omikunle, CEO von Teach for Nigeria, bei ihren Ausführungen dazu, was sie überhaupt zur humanitären Tätigkeit gebracht hat.

Abschließend zog die Moderatorin Julia Middleton, Gründerin und Geschäftsführerin von Common Purpose, ein treffendes Resümee, indem sie das Wechselbad von Hoffnung und Verzweiflung, das die Menschen, die sich für eine bessere Zukunft einsetzen, immer wieder durchleben, auf den Punkt brachte: „Als humanitärer Helfer muss man den größten Teil seines Lebens mit Misserfolg klarkommen, denn so sehr man die Welt auch verändern will, man wird sie nie in ausreichendem Maße verändern.“ Aber das sei natürlich kein Grund, aufzugeben, betonte sie.

Nach einem hart umkämpften Finale wurde das Team „Smokeless Kitchens“ des UWC East Africa zum Gewinnerteam des Young Aurora-Wettbewerbs gewählt und konnte mit 4.000 Dollar für die weitere Entwicklung seines Projekts nach Hause reisen. „Alle drei heute vorgestellten Projekte haben jeden von uns berührt, sowohl in intellektueller als auch in emotionaler Hinsicht. Dies machte die Entscheidung äußerst schwierig, und wir konnten uns nicht sofort auf ein klares Ergebnis einigen, was die beachtliche Qualität der einzelnen Projekte und Präsentationen widerspiegelt. Wir können es kaum erwarten zu sehen, wie sich die Projekte der Teams angesichts des Preisgeldes und der Anerkennung, die Sie heute erhalten haben, weiter entwickeln werden“, so Noubar Afeyan, Mitbegründer der Aurora Humanitarian Initiative und Mitglied der Jury. In der heißen Endphase des Wettbewerbs mit spannenden Wendungen, die zeigten, wie beeindruckt die Jury von allen drei Projekten war, wurden die beiden zweitplatzierten Teams mit jeweils 2.000 Dollar prämiert.

Die gesamte Videoaufzeichnung der Konferenz können Sie nachstehend ansehen (auf Englisch).

 

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„Bildung bedeutet, jedem zu helfen, eine Leidenschaft für das Leben zu entwickeln, die den Sinn unseres Lebens ausmacht.“
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