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Alkoholische Spezialitäten Armeniens für den verantwortungsvollen Genuss

Alkoholische Spezialitäten Armeniens für den verantwortungsvollen Genuss

Was den Briten der Gin, ist den Amerikanern der Bourbon. Doch was trinken eigentlich Armenier? Es gibt sie schon so lange, dass sich diese Frage nicht abschließend beantworten lässt. So stammen möglicherweise die beliebtesten Getränke wie Wein und Bier aus Armenien. Historische Aufzeichnungen und neuere Funde legen nahe, dass man beides schon seit Jahrtausenden in der Region herstellt.
 
Dank des wirtschaftlichen Aufschwungs im Lande und einer neuen Generation von Unternehmern erlebt Armenien heute eine erneute Blüte der traditionellen Herstellung alkoholischer Getränke und zugleich eine Experimentierfreude mit modernen Herstellungsmethoden. Lesen Sie, was zurzeit in dieser Hinsicht in Armenien passiert – und genießen Sie verantwortungsvoll.
 

WEIN

               Alte Weinflaschen bedeckt mit dem Staub der Jahrzehnte in einem Lager in Jerewan.

 

 
Kein alkoholisches Getränk genießt man in Armenien schon so lange wie den Wein. Die älteste Kellerei mit einem stolzen Alter von 6100 Jahren wurde in der Region Areni entdeckt. Kein anderes in Armenien beheimatetes Getränk hat in den letzten Jahren einen solchen Aufschwung erlebt.
 
Zu Sowjetzeiten ging Quantität vor Qualität, die Herstellung diente nicht selten einer Art Selbstzweck. Man stellte zwar Rotwein in Armenien her, doch stand die Herstellung als solche im Vordergrund und nicht das Streben nach Qualitätsweinen. Nach Wiedererlangung der Unabhängigkeit erbte Armenien veraltete Produktionsanlagen. In jüngster Zeit sind es vor allem die Weinhändler, die im Land Wein herstellen – und was für welchen!
 
Roter, Weißer und Rosé
 
Es gibt ein beständiges Sortiment an Weinen, die man aus bekannten Sorten wie Cabernet Sauvignon, Syrah und Muskateller herstellt. Daneben findet man allerdings auch traditionell armenische Sorten wie Areni, Khndoghni und Woskehat. Die heute boomende Weinindustrie hat ihre kreative Seite entdeckt: Zum einen wird mit den modernsten Technologien experimentiert, zum anderen besinnt man sich aber auch auf die armenische Tradition der Weinherstellung und nutzt Amorphae, die in der Landessprache „Karas“ heißen. Der Anbau von Wein ist nicht auf ein bestimmtes Gebiet beschränkt: Es gibt ihn in ganz Armenien von Armawir über Areni bis nach Arzach.
 
Junger Wein oder „Majar“, wie man auf Armenisch sagt
 
„Majar“ ist ein teilweise gegorener Wein, der zwar gewöhnlich, aber nicht notwendigerweise aus weißen Trauben gemacht wird. Er schmeckt halbsüß und etwas herb. Selten wird er zu einem Mahl gereicht, man genießt ihn zu einem kleinen Imbiss oder einfach so.
 
Süßwein
 
In Armenien wird auch Süßwein hergestellt, meist aus Granatäpfeln, den man nach dem Hauptgang zum Dessert trinkt, ähnlich wie Portwein oder einen anderen Digestif.
 
 
BRANDY (ARMENISCHER COGNAC)

In Fässern reifender Brandy: Sein Name ist eine Ehrerbietung an die Freundschaft zwischen Armenien und anderen Ländern.

 
In Armenien kennt man Brandy als Cognac, wo er König unter den alkoholischen Getränken Armeniens ist. Es wird erzählt, Winston Churchill habe so gern davon getrunken, dass Josef Stalin ihn kistenweise an den britischen Premier habe verschicken lassen.
 
Hergestellt wird Brandy aus den Trauben vor Ort, die zurzeit für den Boom beim Wein sorgen. Das reine Weindestillat reift in Holzfässern, die dem fertigen Produkt später seinen runden Geschmack und seine unverwechselbare Färbung, typischerweise eine Schattierung von Karamellbraun, verleihen. Beides zusammen begründet den Weltruhm des armenischen Brandy.
 
SCHWARZGEBRANNTER

 

Auf dem Schild für Schwarzgebrannten auf einem kleinen Markt steht: Wodka aus eigener Herstellung – 60 Pferdestärken.

 

All das feine Zeug in hübschen Flaschen macht sich zwar gut im Ladenregal, doch zu einem richtig armenischen Trinkgelage gehört Schwarzgebrannter, den man in der Landessprache „aragh“ oder „oghi“ nennt. Während in den Vereinigten Staaten und Nordeuropa Schwarzgebrannter meist aus Getreide gewonnen wird, greift man in Armenien eher auf landestypische Früchte zurück, darunter Aprikosen, Pfirsiche, Äpfel oder Kornelkirschen. Doch bei weitem am häufigsten brennt man schwarz aus Maulbeeren. Für ungeübte Trinker ist das nichts, für trinkfeste hingegen ein unvergessliches Erlebnis – sofern man sich daran erinnert!
 
 
BIER

                      Ein Gast genießt ein Bier vom Fass in einer Kneipe in Jerewan.

 

Von allen in Armenien erhältlichen Getränken ist Bier wohl am wenigsten bekannt. Doch es wird – so weiß man – seit mindestens 2400 Jahren in Armenien hergestellt. Der griechische Feldherr und Historiker Xenophon schrieb während einer seiner Feldzüge über Bier, das er in Armenien gekostet habe. Den Bierbrauern von heute ist kein solcher Aufschwung gelungen wie den konkurrierenden Winzern, dennoch hat sich die hergestellte Menge seit der Unabhängigkeit erhöht und auch die immer neuen Biersorten lassen auf einen baldigen Aufschwung hoffen.